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Was ist Quarantänekunst?

Mitte März 2020. Bayern beschließt als erstes Bundesland, die Schulen vor den Osterferien zu schließen und Veranstaltungen mit über 100 BesucherInnen zu verbieten.
Die Münchner Schauspielerin und Kabarettistin Christina Baumer ahnt nichts Gutes. Auf ihrer Facebook-Seite ruft sie Künstler-KollegInnen dazu auf, ihr kurze Videos zu senden. „Video eurer Kunst aufnehmen. Zu Hause aus dem Wohnzimmer. Max 30sec“. Sie wolle einen Clip zusammenschneiden und zeigen, dass man die Vorsichtsmaßnahmen mittrage, aber auch, dass die Künstler nun „Hilfe brauchen“.

Inzwischen hat Baumer unter dem Namen „Quarantänekunst“ ein überaus produktives Kollektiv von über 40 KünstlerInnen verschiedenster Gewerke um sich geschart: neben SchauspielerInnen und SängerInnen zeigen Puppenspieler, Fakire, Schwert- und FeuerschluckerInnen, wozu sie trotz „Homeoffice“ fähig sind.

Gemeinsam haben wir 2 Lieder produziert, eine Petition für Pflegekräfte unterstützt, rund 50 kurze Videoclips gepostet und eine schräge Serie im Internet mitgestaltet, in der – ganz bayerisch – ein Wolpertinger und (s)ein Leberkäse als „SOKO Corona“ in einem Mordfall ermitteln. Zusätzlich entstehen neue Großprojekte: Theaterklassiker in wenigen Minuten, ein Hörspiel und mehr.

Dabei agieren alle über das Internet. Ein Großteil der KünstlerInnen lebt in Bayern, aber auch Hamburg, Berlin, Barcelona, Los Angeles und - last but not least - Köln sind vertreten. Zudem kennt sich ein Großteil der Künstler nicht einmal persönlich. Und trotzdem schaffen sie zusammen eine Plattform, auf der die Zuschauer ein wenig dem Alltag entfliehen können und gleichzeitig sehen, welche tollen Künstler man nach der Quarantäne auf der Bühne sehen und auch für seine eigenen Projekte buchen kann.